Pseudointellektuelle Gedankenspiele um Kant

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit

…so habe ich das vor Jahren Jahrzehnten gelernt. Demnach hat die die Aufklärung nie stattgefunden. Lediglich das Herrschaftsobjekt wurde weitgehend ausgetauscht. Hat früher die Religion das Selbstdenken vereitelt, ist heute der bedenkenlose Konsum das angebetete Kalb, wovon ich mich nicht ausnehme. Was ist aus „Sapere Aude“ geworden? Selbst wenn man den Mut hat, tatsächlich selbst zu denken – vermutlich ist es der Menschheit nicht möglich, hat doch die Evolution in diesem Bereich offensichtlich eine Sollbruchstelle eingebaut. Sorry Immanuel, war ne nette Idee. Sicher gibt es Einzelne, die durchaus imstande sind, selbst zu denken und diesen Weg auch zu leben. Das sind die Spinner, die Außenseiter, die Verlachten. Der große Rest kann nicht selbst denken, zu sehr hört er auf die Medien, die Moden, die persönliche Raffgier. Aber die Idee ist nett: Der Kategorische Imperativ. Würde ein Großteil der Menschheit danach leben, stünden wir, global gesehen, nicht da, wo wir uns jetzt befinden. „Handle immer nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Sittengesetz werde.“ Ein kurzer Blick in die Zeitung und man kann Kant ad acta legen und möchte zum Misanthropen werden.

Dieser kleine Ausflug in die Philosophie spuckt mir schon die ganze Woche im Kopf rum. Ich denke, eigentlich würde das Befolgen des Kategorischen Imperativ jedes einzelne Problem lösen, vor dem die Menschheit aktuell steht. Theorie und zu einfach gedacht, ich weiß, aber ich hätte gerne die Antwort darauf, aus welchen Gründen das nie in die Praxis umgesetzt wurde. Nicht, dass ich sie je finden würde – aber philosophisch-praktische Gedankenspielereien haben mich schon immer fasziniert.

Und jetzt zum Praktischen. Ich habe weiterhin keine Klamotten – zero niente nüscht – gekauft und auch absolut kein Bedürfnis danach. Ebenfalls klar ist nach dem ersten halben Jahr: Mehr Geld habe ich durch den Verzicht auch nicht, es fließt so gut wie alles nun eben einfach in Bücher. Eigentlich ist auch das eine Konsumsucht und hält vom Selbstdenken ab. Jaja, ich fass mir schon an die eigene Nase, ähem….

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