Vom Aussteigen und Ankommen: Besuche bei Menschen, die ein einfaches Leben wagen. Jan Grossarth

Aussteiger – die einen sehen bei diesem Stichwort rundum glückliche Menschen vor sich, die völlig mit sich selbst im Reinen sind. Die anderen denken eher an verrückte Einsiedler, denen jeglicher Verstand abhanden gekommen ist. Welche Menschen hinter dem Pauschalbegriff Aussteiger wirklich stehen, was sie bewegt und wie sie leben – das hat der FAZ-Redakteur Jan Gossarth in seiner Reportagereise zu Waldmenschen, Ordensbrüdern, Ökodörfern und Geld-Komplettverweigerern nicht nur beschrieben, sondern miterlebt. Schnell merkt der geneigte Leser: Die Motive zum Aussteigen und das Leben der Aussteiger sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Besonders erfreulich finde ich, dass der Autor keineswegs zu romantischer Verklärung neigt – sondern die Realitäten beschreibt, die Alltagssorgen, aber auch die dahinter stehenden Motive, die Ideen und Ideologien der Besuchten, egal, ob sie nun religiös, gesellschaftlich begründet sind oder rein egoistischen Motiven entstammen. Das “Einfache Leben” ist nun eben nicht immer ganz so einfach, und wer die Reise an den Rand der Bürgerlichen Gesellschaft zumindest mal im Kopf antreten möchte, dem lege ich dieses Buch wärmstens ans Herz.

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