Gelesen Nr. 19: Cheaponomics – Warum billig noch zu teuer ist von Michael Carolan

 

Billig, billiger am billigsten! Michael Conan zeigt in seinem Buch, wie hoch die realen Kosten für unsere Alltagswaren sind. Der Käufer selbst zahlt diese nur indirekt. Vielmehr zahlt die Umwelt, andere, ärmere Länder blechen dafür und auch – tataaa – der Steuerzahler, also all diejenigen, die das Produkt gar nicht gekauft haben! Mittels Subventionen sind wir alle daran beteiligt, dass die Dinge schön billig für den Käufer und lukrativ für den Händler bleiben. Ich war wirklich von den Socken, wie sehr in Amerika Walmart subventioniert wird, welche gigantischen Steuervergünstigungen manche Firmen haben – die dann wiederum vor Ort das Lohnniveau, und damit zum Beispiel auch die Krankenkassenbeiträge, ins Bodenlose fallen lassen. Wirklich billig ist also kaum etwas, die Kosten für fast alles sind viel viel höher als wir auch nur erahnen – sind sind nur sehr sehr gut versteckt.

 

Hinter nahezu jedem Produkt stecken sozialisierte Kosten. Wer zahlt für die durch die Industrie verpestete Luft, wer für die krankmachenden Substanzen in Lebensmitteln? Wer zahlt für den Abbau der Müllberge, oder schlimmer, wer bezahlt, werden diese nicht abgebaut? Wer zahlt für die Niedriglohnmalocher, die Aufstocker? Alle, die ganze Menschheit! Entweder direkt im eigenen Land oder die Kosten werden zunächst in ärmere Länder ausgelagert oder kommenden Generationen aufgebürdet. Nur so scheinen die Dinge vermeintlich günstig zu verkaufen sein – die Unternehmen steuern dazu übrigens kaum etwas bei – dank der Steuergeschenke.

 

Ich beschäftige mich schon länger mit Nachhaltigkeitsökonomie aber dieses Buch ist ein wirklicher Eye-Opener. Für Schüler und vor allem für BWL- und VWL-Studierende sollte es zur Pflichtlektüre gehören.

 

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