Archiv des Autors: frauohneschuhe

Über frauohneschuhe

Hallo, mein Name ist Frau Ohneschuhe und ich bin "Neigschmeckte in Baden-Württemberg. Alles kann man lernen, das ist der Grundgedanke für mein Selbermachverständnis. Alles, außer Schuhmacherei - daher kommt mein Name. Ich freu mich, meine Hobbys mit euch zu teilen.

Gelesen im November: Das Beste, was wir tun können, ist nichts von Björn Kern

Der Hektik des Alltags entfliehen, Ruhe und Müßiggang – es scheint, gerade in der Vorweihnachtszeit beschäftigt das die Menschen. Viele Blogs haben derzeit genau dieses Thema. Doch so konsequent wie der Björn Kern zieht das kaum einer durch. Auch der Autor übt sich im Nichtstun. Und das auf herrlich ironische, witzige Weise. Ich habe das Buch in nullkommanix gelesen. Ganz bewusst vermeidet Kern jegliche Tätigkeit. Sein abbruchreifer Hof im Oderbruch ist für ihn der perfekte Ort fürs Nichtstun, auch wenn seine Freundin und sein Kind da teils anderer Meinung sind. Der Leser erfährt, wie man den Müßiggang ausgiebig zelebriert – und, dass es auch ein falsches Nichtstun gibt. Ein Ratgeber ist das Buch jedoch nicht – eher ein Erfahrungsbericht.

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Gehört im November: Ein Mann, ein Fjord von Hape Kerkeling

Hape Kerkeling! Muss ich überhaupt noch mehr dazu schreiben? Das Hörbuch ist köstlich. Norbert Krabbe gewinnt einen Fjord in Norwegen. Er ist allerdings arbeitslos, chronisch pleite und von allerlei Marotten geplagt. Zu diesen gehört auch seine ausgeprägte Reisekrankheit. Nichtsdestotrotz macht er sich samt Tochter Ute auf den Weg in den Norden. Seine Frau erfährt in der Zwischenzeit von einem erheblichen Geldgewinn. Um diesen einzulösen, bedarf es jedoch Norberts höchstpersönlicher Anwesenheit. Also begibt auch sie sich auf die Reise. Per Taxi, Bahn, Boot und zu Fuß sind sie unterwegs. Skurrile Zufälle und herrliche Dialoge ziehen sich durch das gesamte Hörbuch – bis sich schließlich nach vielen Irrungen die Familie am Norbert-Krabbe-Fjord wieder trifft. Wieder mal ein großartiges Hörvergnügen – nicht nur für Kerkeling-Fans.

 

Gelesen: Analog ist das neue Bio: Eine Navigationshilfe durch unsere digitale Welt von Andre Wilkens

Ironisch ist es schon, dass ich diese Buch auf einem E-Reader gelesen habe und jetzt darüber blogge. Dennoch: Ich glaube, Wilkens hat Recht, wenn er sagt, dass analog das neue Bio ist. War es vor hundert Jahren üblich, „bio“ zu essen, wurde es später ein Lebensstil und entsprechend teuer. Heute kann sich fast jeder ein digitales Leben leisten, doch der Autor geht davon aus, dass in Zukunft nur noch wenige bspw. analoge Reisen unternehmen können – oder wollen. Gleiches gilt für andere Erlebnisse im echten Leben. Wilkens führt uns die Datenkraken bildhaft vor die Augen und zeigt gleichzeitig Alternativen zur totalen Digitalisierung auf. Menschen, die neue alte Lebensstyle pflegen, besinnen sich (zurück) aufs Reparieren, statt wegwerfen, auf das Einkaufen in kleinen Läden vor Ort statt via Internet etc. Doch sind dies meist sehr gebildete Menschen und derzeit eine Minderheit. Ganz ähnlich wie bei den Anfängen von „Bio“.  Dabei verteufelt der Autor Digital nicht per se. Er appelliert auch an Europa und seine Regierungen, einerseits nicht alles Silicon Valley zu überlassen, andererseits schneller in der Gesetzgebung zu werden, um mit den rasanten Online-Entwicklungen stand zu halten. Auf jeden Fall enthält das Buch einige sehr interessante Denkanstöße, daher ein: empfehlenswert!

Gehört im Oktober: Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling

Auf meinem fast einstündigen Weg ins Büro sitze ich mit Kopfhörern in der S-Bahn und lausche Hörbüchern. Mit spannenden, bildenden oder lustigen Geschichten auf den Ohren startet so ein Werktag gleich ganz hervorragend – und man kann die hektischen Umgebungsgeräusche völlig ausblenden. Diese Woche fielen dabei einige entgeisterte Blicke meiner Mitreisenden auf mich. In der Bahn unvermittelt lauthals loszulachen sorgt doch für Erstaunen seitens der morgens meist nicht ganz so gut gelaunten Leidensgenossen. Bei den Känguru-Chroniken konnte ich allerdings unmöglich an mich halten. Hat mich der Titel zunächst überhaupt nicht gereizt – ein kommunistisches Känguru, was soll der Blödsinn? – bin ich hin und weg von dem Hörbuch. Skurril und sehr sehr schräg ist das Werk. Marc-Uwe Kling wohnt mit einem Känguru zusammen. Das Beuteltier ist eine richtige Nervensäge und Kommunist. Die Abenteuer der beiden sind herrlich bildhaft beschrieben und die Diskussionen, in die sie sich verstricken, strotzen nur so vor Wortwitz – und nehmen dabei doch auf eine sehr clevere Art unser heutiges Leben aufs Korn. Darauf eine Schnapspraline.

Ökochallenge Nr. 19: Fermentieren

karotte

Ich habe einen neuen Spleen: das milchsaure Einlegen von Gemüse. Lecker ist das, und gesund und obendrein kinderleicht zu machen. Salz, Wasser, Weckgläser und natürlich Gemüse ist alles, was man dafür braucht: Gemüse waschen, 20-40-prozentige Salzlake (je nach Gemüsesorte) anrühren, alles zusammen ins Glas – wer mag kann auch noch Kräuter und Gewürze mit hinzugeben – , ein kleines Tellerchen zum Beschweren des Inhaltes (damit kein Sauerstoff rankommt), Gummi drumrum und Deckel zu. Dann circa eine Woche warten. Das ist alles!

Karotten, Blumenkohl, Kohlrabi, Rettich und Zucchini habe ich auf diese Art schon haltbar gemacht.   In der Theorie, in der Praxis wurde alles bereits verspeist :-). Und das Sauerkraut wartet im speziellen Gärtopf auf seinen großen Tag.

Milchsaures ist probiotisch und hat allerhand Vitamine – das ist prima, aber ich mache es vor allem, weil es Spaß macht :-). Zur Ökochallenge zähle ich das deshalb, weil es eine Möglichkeit ist, ohne Kühlschrank Lebensmittel haltbar zu machen. Sprich: Es wird weniger weggeworfen.

Gelesen 2017: 3. Kritik der Grünen Ökonomie von Barbara Unmüßig, Thomas Fatheuer und Lili Fuhr

Selbstverständlich ist das nicht erst das dritte Buch, das ich 2017 gelesen habe. Aber wie das so ist mit dem Zeitmanagement: gut Blogbeitrag will Weile haben oder so ähnlich.

Jedenfalls hat mich die Kritik der Grünen Ökonomie wütend gemacht. Ich halte mich ja für jemanden, der halbwegs im Bilde ist, was ökologische Bestrebungen angeht. Weit gefehlt. Wie viel Greenwashing hinter sogenannten modernen Konzepten tatsächlich steckt – darüber hat mir das Buch die Augen geöffnet. Der Grundgedanke, der Natur einen (Geld)Wert zuzuschreiben, mag gar nicht so verkehrt sein, was daraus entsteht, ist eher eine Art moderner Ablasshandel. Technologiegläubigkeit und Kapitalismus als Grundpfeiler, glaubt die Grüne Ökonomie, alles ließe sich durch Umverteilungen lösen, im Grunde könne man also weitermachen wie bisher. Wie immer geht das auf Kosten von ärmeren Ländern und Naturvölkern: Emissionszertifikate können munter ge- und verkauft, Umweltbelastungen durch das Pflanzen von Bäumen – egal wo – „wert“mäßig ausgeglichen werden, sodass es zu so skurrilen Produkten wie „grünem Uran“ kommen kann. Doch die Grüne Ökonomie scheint der einzige Weg zu sein, den unsere westliche Welt sieht. Konsumreduktion ist ja schließlich vermeintlich wirtschaftsfeindlich. Die vielen negativen Folgen der Grünen Ökonomie haben mich fassungslos gemacht. Und doch, so ganz loslassen will ich diese Idee nicht. Das ist das sprichwörtliche: Besser als gar nichts. Es bleibt zu hoffen, dass diese Art globalen Wirtschaftens nur eine Zwischenetappe auf dem Weg zu wirklicher Nachhaltigkeit ist.

 

 

Ökochallenge Nr. 18: Etepetete-Box – extravagantes Gemüse

Am Donnerstag kam die erste Etepetete-Box. Die Gemüseretterbox enthält ausschließlich Bioware, die wegen ihres Aussehens dem Mülleimer anheim fallen würde. In meiner Box gab es riesige Radieschen und ebenso voluminöse Äpfel. Dafür hatten die Kartoffeln und Kiwis nur Tischtennisballgröße. Etwas unförmig war der Sellerie und die Karotten krümmten sich leicht. Was an den Zucchini, der Aubergine und den Avocado nicht der Norm entsprach, ist mir allerdings ein Rätsel. Fakt ist, alles, was ich bisher aus der Kiste verspeist habe, zergeht auf der Zunge. Knapp 20 Euro kostet die sie – auf dem Markt hätte ich für den Inhalt sicher mehr hingeblättert. Der einzige Wermutstropfen ist die Verpackung. Zwar besteht sie nicht aus Plastik, sondern aus Karton, doch handelt es sich trotzdem um Einwegmaterial. Meine andere Gemüsebox wird im Plastikkorb geliefert. Der Anbieter nimmt das Behältnis wieder mit und füllt ihn erneut. Ich hoffe, wenn es mehr Etepetete-Box-Kunden in meiner Gegend gibt, stellen auch die Gemüseretter auf einen eigenen Lieferanten inkl. Mehrwegsystem um. Generell ist ja das Liefern lassen sehr umstritten. Ich bin mir da so sicher nicht, ob es nicht vielleicht sogar umweltfreundlicher ist, als mit dem eigenen Auto zum Supermarkt zu fahren – dorthin muss die Ware ja schließlich auch irgendwie gelangen. Durchgerechnet habe ich das aber nicht. Auf jeden Fall werde ich erst mal bei diesem Abo bleiben, bin schon auf die nächste Box gespannt.