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Gelesen 2017: 2. Meistens alles sehr schnell von Christopher Kloeble

Wow! Endlich mal wieder eine richtig intelligente Geschichte. Fred, 60 Jahre alt und geistig behindert, hat nicht mehr lange zu leben. Sein Sohn Albert ist im Waisenhaus aufgewachsen. Die letzten Monate seines Vaters will er nutzen, um doch noch zu erfahren, wer seine Mutter ist und wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass Fred Nachwuchs hat. Hinter dieser äußeren Rahmenhandlung entspinnt sich ein Geflecht aus historischem Roman, verzwickter Familiengeschichte und morbiden Ereignissen. Die auf fatale Weise miteinander verflochteneren Schicksale der Dorfbewohner, ein großer Tabubruch und die langsame Auflösung vieler Geheimnisse hinterlassen beim Leser gemischte Gefühle. Kloeble zeichnet die Charaktere seiner Figuren sehr feinsinnig und lässt sich dabei nicht verleiten, kitschig zu werden. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

 

Gelesen Nr. 13 – Am Arsch vorbei geht auch ein Weg von Alexandra Reinwarth

Immer logger bleiben! Von Bikinifigur am Arsch vorbei über Familientraditionen am Arsch vorbei und Jammerlappen am Arsch vorbei bis hin zu Ratschläge am Arsch vorbei – Alexandra Reinwarth macht sich in diesem Selbstversuch unabhängig(er) von der Meinung anderer. Das Buch ist herrlich witzig und man erkennt sich daran oft wieder. Was macht man sich manchmal doch für Gedanken über die Meinung anderer und rödelt aus falschem Pflichtgefühl den ganzen Tag. Aber warum eigentlich? Und was passiert Schlimmes, wenn man das einfach mal nicht mehr macht? Richtig, man konzentriert sich auf das, was einem selbst wichtig ist! Den ein oder anderen Denkanstoß hat mir die Autorin auf jeden Fall mit auf den Weg gegeben – und auch ein paar unterhaltsame Lesestunden.

Gelesen Nr. 12: Time is honey. Vom klugen Umgang mit der Zeit von Karlheinz A. Geissler und Jonas Geissler

Zeit – was ist das überhaupt? Damit beschäftigt sich das Autoren-Vater-und-Sohn-Duo in Time is honey und stellt fest, dass es sich dabei keineswegs um das Phänomen handelt, das die Uhr anzeigt. Managen lässt sich diese Zeit nicht – wie auch? Jeder hat schließlich jeden Tag 24 Stunden zur Verfügung. Beherrschen lässt sich die Zeit schon gar nicht, dieses trotzige Etwas! Heute leben wir keineswegs nach der Zeit und mit der Zeit, sondern lassen uns jeden Tag von Uhren diktieren, quasi als Takt. Die Autoren sehen das nicht nur negativ, sondern beschreiben verschiedene Wege, wann es sinnvoll ist, nach der Uhrzeit zu leben, und wann man einfach lieber die Zeit selbst bestimmen lassen sollte. Das Ganze spicken sie mit vielen Informationen aus Wissenschaft und Technik Habt ihr schon mal versucht, einen ganzen Tag lang – etwa einen Sonntag lang – nicht auf die Uhr zu schauen? Das ist gar nicht so einfach. Ein ganz wunderbares Buch mit vielen Inspirationen.

Gelesen Nr. 5: Im Epizentrum des Irrsinns

Wer fühlt sich nicht manchmal, als sei er direkt im Epizentrum des Irrsinns gelandet? Mir geht das ganz genauso und als ich den Titel gesehen habe, war klar: Das muss ich lesen. Das ist ungewöhnlich für mich, normalerweise entscheide ich eher aufgrund von Empfehlungen. Aber der Titel hat gehalten, was er verspricht. Der Autor Carsten Mell erzählt sehr kurzweilig absurde Anekdoten aus seinem Leben. Schmunzeln und mituntern auch lautes Auflachen ist bei der Lektüre inklusive. Schnell gelesen, witzig obendrein – jetzt möchte ich gerne mal mit Herrn Mell ein Bierchen trinken gehen. Klare Leseempfehlung für zwischendurch, man muss jedoch seinen teils etwas derben Humor abkönnen.