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Gelesen 2017: 1. Die sieben Tode des Max Leif: Ein Hypochonder-Roman

Wirklich  spät bin ich dieses Jahr mit meinem ersten Buch-Blogbeitrag dran. „Die sieben Tode des Max Leif: Ein Hypochonder-Roman“ von Juliane Käppler hat soeben meinen SUB verlassen. Max ist genau das Inbild eines Karrieretypen: Drei Autos, ein Konto voller Kohle und ein schmuckes Haus samt russischer Putzfrau – doch irgendetwas scheint mit ihm nicht zu stimmen. Es könnte die Tse-Tse-Fliege sein, oder doch vielleicht ein Tumor? Immer wieder treibt ihn die Todesangst zu seiner bärbeißigen Ärztin. Die Ursache entpuppt sich schließlich in einem ganz anderen Bereich, aber allzu viel verraten will ich  nicht.

Ich finde, das Buch beginnt sehr witzig. Man ist neugierig auf die Sorgen des Lebemanns Max – dass es nichts Ernstes sein kann, lässt ja der Titel bereits erahnen. So ist die erste Hälfte gespickt mit skurrilen Absurditäten, wegen derer der Yuppie immer wieder um sein Leben bangt. Dann allerdings lässt die Story meiner Ansicht nach ziemlich nach, zu vorhersehbar ist sie – auch was mit seinem Dobermann Hannibal passieren wird, ist ziemlich durchschaubar. Nett zwischendurch zu lesen – mehr aber auch nicht.

Gelesen Nr. 18: Die 7 Geheimnisse der Schildkröte von Aljoscha Long

Die Schildkröte Kurma weiß Bescheid. Um sie dreht sich alles in diesem Buch. Als kluge Ratgeberin hilft sie ihren tierischen Freunden in allen Lebenslagen. Und was kann so eine Schildkröte? Ruhig und langsam sein, sich zurückziehen, in sich selbst Schutz finden. Kurma ist also ein ziemlich weises Lebewesen. Das Buch soll zeigen, wie ihre Geheimnisse auch den Menschen nutzen können. So weit, so gut. Es ist ganz humorvoll geschrieben und lässt sich zügig lesen. Zum Teil werden einfach bekannte Geschichten umgedichtet – wie zum Beispiel die vom Hasen und dem Igel. In anderen Episoden kopiert der Autor schlichtweg Buddha – also Siddharta – höchstpersönlich. Und genau das hat mir auch missfallen. Trotzdem hilft das Buch, sich das Wesentliche mal wieder ins Gedächtnis zu rufen und innezuhalten. Damit dies gelingt, hat Aljoscha Long auch ein paar Übungen integriert, die ganz hilfreich sind. Mein Gesamteindruck: lesbar aber kein must read.

Gelesen Nr. 8: Einen Scheiß muss ich – Tommy Jaud

Großartig! Bin ich ansonsten nicht gerade ein bekennender Jaud-Fan, dieses Buch hat mich überzeugt. Der Ratgeber für eine entspannte Lebensweise. Selbstverständlich ist das Werk kein echter Ratgeber, sondern vielmehr hahnebüchener Blödsinn. Aber ein herrlicher Blödsinn mit mehr als nur einem Körnchen Wahrheit. Sean Brummel entdeckt mit der ESMI-(Einen Scheiß muss ich)-Formel, wie man sein Leben auf die Reihe kriegt. Warum Sport fett macht und wieso es völlig sinnlos ist, sich gesund zu ernähren verargumentiert er mit meist an den Haaren herbeigezogenen Schlüssen. Munter geht es weiter mit Begründungen, weshalb man am Wochenende keinesfalls unbedingt etwas unternehmen muss oder warum es sinnlos ist, eine Karriere anzustreben. Ernst gemeint ist das alles nicht, und doch entdeckt man vielleicht bei sich selbst den ein oder anderen Bereich, in dem man sich unnötigerweise stresst mit: Ich muss dies, ich muss das :-). Die Einen-Scheiß-muss-ich-Haltung täte dem einen oder anderen unter uns sicher mal ganz gut, mich selbst mit eingeschlossen. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert, daher: klare Leseempfehlung.

Gelesen Nr. 2: Nachhaltig leben für alle von Georg Schweisfurth

Bewusster essen, kaufen, wohnen, reisen – dazu will Georg Schweisfurth in seinem Buch „Nachhaltig leben für alle“ anregen. Im großen und ganzen gelingt es dem Autor auch. Die dringlichsten Umweltprobleme werden plausibel vorgestellt und Schweisfurth gibt auch einige Tipps für ein umwelt- und menschengerechteres Leben. Für meinen Geschmack allerdings zu wenige, obwohl man spürt, dass er sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat, und das auch nicht erst seit gestern. Viele Inhalte waren mir bereits bekannt. Nachhaltigkeitsneulinge erhalten aber einen soliden Einblick in unsere heutige Welt. Wie denn beispielsweise Zuchtfische so aufwachsen, was Massentierhaltung wirklich bedeutet – auch in Sachen Antibiotika, wie unsere Textilien hergestellt werden und welche Gifte in ihnen versteckt sind und vieles mehr beschreibt der Autor recht eindringlich. Mir selbst hat das Kapitel über NGOs sehr zugesprochen, werden diese doch oftmals dafür kritisiert, dass sie sich mit Unternehmen auch mal ein einen Tisch setzen. Lediglich sein Kapitel über das Fleischessen – Schweisfurth ist gelernter Metzer – hat mir ein Runzeln auf die Stirn gejagt. Wo bitte ist man den in Westeuropa auf Fleisch angewiesen? Sein Eskimobeispiel ist meiner Ansicht nach angesichts unseres Alltags hier reichlich an den Haaren herbeigezogen. Trotzdem kommt von mir eine klare Leseempfehlung. Schweisfurth ist übrigens Mitbegründer der Basic AG.
Das nächste Buch auf meinem Lesestapel ist „Be nobody“ von Lama Marut. Da habe ich schon mal reingeluschert und nächste Woche kommt mein unerbittliches Urteil :-).

Meine Ökochallenge und meine Shoppingbeichte für KW2 bin ich euch auch noch schuldig. Die reiche ich in den nächsten Tagen nach.

Gelesen Nr. 1 Das neue Philosophenportal: ein Schlüssel zu klassischen Werken

Knowledge. Inspirational quote typed on an old typewriter.

© Zerophoto

Von Aristoteles und Marc Aurel über Hobbes und Hume bis zu Satre und Feyerabend – Robert Zimmer führt den Leser durch philosophische Werke, die unsere Welt noch immer prägen. Das Buch ist genauso aufgebaut wie sein Vorgänger, das ich schon letztes Jahr verschlungen habe. Überraschenderweise heißt es: Das Philosophenportal.

18 Klassiker samt Biographien der Denker und ein bisschen Zeitgeschichte werden übersichtlich vorgestellt. Wie letztes Mal hat mir die Lektüre sehr gut gefallen. Als Auffrischung für mein verstaubtes Wissen aus dem laaaaaaange vergangenem Studium war der Überblick sehr gut. Einige Anregungen, was noch so alles auf meine Leseliste kommt, habe ich auch mitgenommen. Zimmer hat laut eigenen Angaben auch für Philosophie-Neulinge geschrieben. Ob das Buch Einsteigern so viel Freude bringt? Ich glaube, da hat sich der Autor verschätzt. Nebenbei lesen ist nicht drin – und die Begrifflichkeit sind philosophietypisch doch zum Teil sehr speziell.

Das nächste Werk auf meiner 52-Bücher-Liste ist „Nachhaltig leben für alle“ von Georg Schweisfurth. Darüber lest ihr dann nächste Woche. Was liegt denn so auf eurem Lesestapel? Nicht, dass ich neugierig wäre….