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Ökochallenge Nr. 18: Etepetete-Box – extravagantes Gemüse

Am Donnerstag kam die erste Etepetete-Box. Die Gemüseretterbox enthält ausschließlich Bioware, die wegen ihres Aussehens dem Mülleimer anheim fallen würde. In meiner Box gab es riesige Radieschen und ebenso voluminöse Äpfel. Dafür hatten die Kartoffeln und Kiwis nur Tischtennisballgröße. Etwas unförmig war der Sellerie und die Karotten krümmten sich leicht. Was an den Zucchini, der Aubergine und den Avocado nicht der Norm entsprach, ist mir allerdings ein Rätsel. Fakt ist, alles, was ich bisher aus der Kiste verspeist habe, zergeht auf der Zunge. Knapp 20 Euro kostet die sie – auf dem Markt hätte ich für den Inhalt sicher mehr hingeblättert. Der einzige Wermutstropfen ist die Verpackung. Zwar besteht sie nicht aus Plastik, sondern aus Karton, doch handelt es sich trotzdem um Einwegmaterial. Meine andere Gemüsebox wird im Plastikkorb geliefert. Der Anbieter nimmt das Behältnis wieder mit und füllt ihn erneut. Ich hoffe, wenn es mehr Etepetete-Box-Kunden in meiner Gegend gibt, stellen auch die Gemüseretter auf einen eigenen Lieferanten inkl. Mehrwegsystem um. Generell ist ja das Liefern lassen sehr umstritten. Ich bin mir da so sicher nicht, ob es nicht vielleicht sogar umweltfreundlicher ist, als mit dem eigenen Auto zum Supermarkt zu fahren – dorthin muss die Ware ja schließlich auch irgendwie gelangen. Durchgerechnet habe ich das aber nicht. Auf jeden Fall werde ich erst mal bei diesem Abo bleiben, bin schon auf die nächste Box gespannt.

 

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Alles oder nichts?

Diese Woche habe ich mich des Öfteren gefragt, warum manche Menschen sehr reflektiert handeln, andere hingegen weder über die Umwelt noch über ihr eigenes Handeln großartig nachdenken. Und wie ist das eigentlich bei mir? Wie fing das Ganze an? Als Kind der 70er bin ich in der Grundschule (80er ;-)) nonstop mit Informationen über Atomkraftrisiken, Müllberge und Tierversuche versorgt worden. Und ich glaube, auch mein erstes Interesse an diesen Themen in genau dieser Zeit verorten zu können. Mit einer kleinen Clique haben wir damals für Greenpeace gesammelt, mit Erwachsenen über Atomkraft diskutiert, Altpapier fürs Recycling zusammengetragen – und den Sinn von Tierversuchen nie verstanden. Ebenso nie verstanden habe ich den einen Satz, den ich bereits seit Kindertagen kenne, und der mir auch heute immer wieder zu Ohren kommt: Du kannst doch eh nichts ändern, glaubst, du, das ändert irgendwas? Natürlich ändert persönliches Engagement was, immer! Es braucht nur genug Einzelne, und ich bin überzeugt davon, dass es diese irgendwann geben wird. Nie verstanden habe ich auch die Fleischesser, die der Meinung sind, sie möchten nicht wissen, wie das Tier gestorben ist – oder vorher gelebt hat, denn dann könnten sie kein Fleisch mehr essen. Zahlreiche Fragezeichen schweben bei derartigen Aussagen über meinem Kopf. Diese Logik wird mir wohl für immer verschlossen bleiben. Auch Schwarz-weiß-Denken kann ich oft nicht nachvollziehen. Ich weiß, ich bin nicht perfekt, niemand ist das. Oft genug bekommt man als Veganer jedoch zu hören: Dann darfst du aber auch nirgends hin fliegen, dies nicht machen, jenes nicht machen – und das von Menschen, die überhaupt keinerlei Engagement in Richtung Umwelt oder Tierschutz zeigen. Bitte? Warum darf ich das nicht? Wenn jeder in seinem ureigenen Bereich ein kleines Stückchen über seine Schmerzgrenze hinaus geht, ist meiner Ansicht nach viel gewonnen. Einer tut sich leicht mit Fleischverzicht, der nächste braucht nicht unbedingt ein Auto und wieder ein Dritter ernährt sich großteils durch Selbstversorgung. Woher kommt dieser Absolutheitsanspruch? Vermutlich lassen sich dann die Menschen leichter in irgendwelche Psychoschubladen einordnen…. Oder..ein ganz kleines bisschen, will man, indem man dem anderen vor die Nase hält, was er alles nicht macht, sein eigenes Gewissen beruhigen, weil man selbst ja gar nichts macht. Wie seht ihr das? Ich meine damit nicht den Fleischverzicht, sondern die Reaktionen auf alles, was irgendwie außerhalb der Reihe ist: Stricken? Machen nur Omas! Minimalismus? Luxusproblem! Müllreduktion? Ökospinnerei! Was sind eure Erfahrungen, die besten Sprüche?

Liebe Grüße

eine neugierige

Frauohneschuhe